Ausstellung „Kaufmannspaläste an der Via Regia“

Keine andere Stadt zählt so viele „Kaufmannsburgen“ (Goethe) wie Görlitz. Das Hallenhaus Brüderstraße 9 in der Görlitzer Altstadt kann bis zum 18 Oktober besichtigt werden.

Es ist unsaniert und lässt die Besucher in seine Entstehungsgeschichte eintauchen. Neben dem Hauptausstellungsstück, dem Gebäude selbst, sind herausragende Fotoinstallationen von Ulrich Schwarz zu sehen. Gezeigt werden eine Auswahl exemplarischer Gebäude an der via Regia in Polen mit den Stationen Liebenthal, Greiffenberg, Schweidnitz, Krakau und Jaroslau. Die Gebäudekubatur der Brüderstraße 9 wird in einem hochpräzisen 3-D-Druck gezeigt. In drei Querschnitten durch das Gebäude wird somit die Anatomie des Hauses sichtbar und verständlich. Darüber hinaus sieht der Besucher in einem Animationsfilm die Entwicklung der Görlitzer Hallenhäuser in LEGO-Bauweise.


Das Baudenkmal Brüderstraße 9 dient auch zu Forschungszwecken. Der Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche forscht seit einigen Jahren an den Chronologien der Eigentümer von ausgewählten Görlitzer Hallenhäusern. Dabei stellte er fest, dass durch die nahezu vollständig vorhandenen Haus-Dokumente, wie Geschossbücher und Steuerunterlagen, umfangreiche Erkenntnisse darüber zu erlangen sind, wie die im Haus lebenden Personen durch ihre Tätigkeiten und sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedürfnisse den fortwährenden Umbau der Häuser beeinflusst und die Funktionalität der Gebäude geprägt haben.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag - 10 bis 18 Uhr, Samstag - 13 bis 18 Uhr und Sonntag geschlossen. Eintritt wird nicht erhoben.

 

„Kaufmannsburgen“ am Untermarkt in Görlitz  
Foto: Maruszak

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