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Literaturkritiker Günter Gerstmann in Jena verstorben

In Jena starb am 6. November im Alter von 87 Jahren der Germanist und Literaturkritiker Günter Gerstmann, geboren am 19. Juli 1933 in Weißstein bei Waldenburg in Niederschlesien.


Wir lernten uns im Juni 1962 im Zuchthaus Torgau an der Elbe kennen. Er war wegen „staatsgefährdender Hetze“ zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden, ich als Mainzer Student zu „nur“ dreieinhalb. Später wurde sein Prozess noch einmal aufgerollt und die Strafe auf zweieinhalb Jahre herabgesetzt.


Günter Gerstmann kam nach der Vertreibung mit seinen Eltern nach Apolda in Thüringen und zog 1968 nach Jena. Er hat Germanistik und Geschichte studiert, auch in Greifswald bei Hans-Jürgen Geerdts. Seine Fachgebiete waren die Literatur Schlesiens und die Thüringens. Er hat seit 1990 in Bonn an der „Kulturpolitischen Korrespondenz“ mitgearbeitet, deren Chefredakteur ich war, und seit 1993 an den „Ostdeutschen Gedenktagen“ der „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“.


Er hat zwei Bücher über den aus Mähren stammenden Dichter Hanns Cibulka (1920-2004) veröffentlicht: „Jedes Wort ein Flügelschlag“ (2005) und „Ich habe nichts als das Wort“ (2010), eins über Gerhart Hauptmann „Entrückt ins Paradies“ (2012) zum 150. Geburtstag, und eins über den aus Schweidnitz in Schlesien stammenden Lyriker und Erzähler Armin Müller (1928-2005) „Abschied und Ankunft. Armin Müller zum 70. Geburtstag“ (2000). Außerdem hat er das Buch Gerhart Pohls über Gerhart Hauptmann „Bin ich noch in meinem Haus?“ (2006) noch einmal herausgegeben. Alle diese Bücher hätten vor dem Mauerfall 1989 nicht erscheinen können.


Die Trauerfeier für Günter Gerstmann fand in Jena am 19. November statt.


                                                                                                                                    Jörg Bernhard Bilke

 

Foto: Ulrich Junker



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