• 09. Januar 2017
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Oppeln: Protest gegen Entfernung zweisprachiger Ortsschilder

Ungeachtet der Proteste der Einwohner und des Hungerstreiks einer Gruppe Groß Döberner Bürger wurde das Stadtgebiet von Oppeln zum 1. Januar 2017 auf Kosten mehrerer umliegender Dörfer vergrößert.

In einigen der eingemeindeten Ortschaften machen Deutsche und Deutschgesinnte einen wesentlichen Anteil der Einwohner aus, so standen dort auch zweisprachige deutsch-polnische Ortstafeln. Und diese wurden die ersten Opfer der Erweiterung des Stadtgebietes. Einige von ihnen wurden bereits am 2. Januar abmontiert.

In Oppeln dominieren Zugezogene und ihre Nachkommen, die Deutschen bilden dort nur eine winzige Minderheit und haben somit auch keinen Anspruch auf zweisprachige Ortsbeschilderung. Noch vor Weihnachten erklärte der Oppelner Oberbürgermeister Arkadiusz Wiśniewski gegenüber Rafael Bartek, dem Chef der regionalen Organisation der deutschen Minderheit, die bisherigen zweisprachigen Ortstafeln würden am 1. Januar automatisch durch deutsche "Stadtteiltafeln" ersetzt werden. Nach einem Einspruch des Vizeministers für Justiz Patryk Jaki (Recht und Gerechtigkeit, PiS) ist dieses Versprechen jedoch nicht mehr aktuell. Wiśniewski schließt zwar eine symbolische Präsenz der deutschen Ortsnamen im öffentlichen Raum nicht aus, doch entsprechende Entscheidungen sollten erst später getroffen werden. Sehr enttäuscht über diese "Abweichung von Absprachen" ist Bartek. Eine solche Haltung beweise, dass die Stadterweiterung entgegen der offiziellen Argumentation doch eine gegen die deutsche Minderheit gerichtete Maßnahme sei, schrieb der Chef der Minderheit im Oppelner Schlesien in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister.

Foto: Piotron