• 26. Oktober 2017
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Panzerknacker gesucht!

Während der Sanierung des Bahnhofs im Niederschlesischen Reichenbach (Dzierżoniów) im Eulengebirge machten Bauarbeiter eine überraschende Entdeckung. Im Keller des Gebäudes stießen sie auf einen unbekannten Raum, in dem sie zwei Panzerschränke fanden. Beide Tresore wurden von der Hannoverschen Firma Bode Panzer hergestellt, die sich heutzutage mit der Produktion von Geldautomaten beschäftigt, und kamen nach Reichenbach höchstwahrscheinlich beim Ausbau des Bahnhofs im Jahr 1911.

Der kleinere Panzerschrank wiegt vier Tonnen, war offen und leer, und kam ins Reichenbacher Stadtmuseum. Viel interessanter ist jedoch der zweite Schrank. Mit seinen zwei Metern Größe und fast sechs Tonnen Gewicht ist der Tresor ein wahrer Koloss, und zudem weiterhin verschlossen. Nach der „Bergung“ aus dem Bahnhofskeller wurde er vor dem städtischen Rathaus aufgestellt und ist seither Thema zahlreicher Spekulationen. Was verbirgt sich in seinem Inneren? Kostbarkeiten? Dokumente? Gar nichts?

Die Stadtverwaltung möchte den größeren Panzerschrank nicht beschädigen und wartet auf Besuch deutscher Experten, die das Schloss sicher öffnen können. Man gab jedoch ebenfalls bekannt, dass, falls sich ein anderer Fachmann finden und öffnen würde, warte auf ihn eine Belohnung.

Das Gebäude des Reichenbacher Bahnhofs stammt aus dem Jahr 1855 und liegt an der ältesten Bahnlinie Schlesiens. Die Stadtverwaltung hat es vor einigen Jahren von den Polnischen Staatsbahnen (PKP) gekauft und plant nun, an dieser Stelle ein Umsteigezentrum einzurichten. Der Bahnhof würde in Folge der Investition zu einem regionalen Knotenpunkt für Bahn- und Busverkehr werden. (arb)

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