• 26. Oktober 2017
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Entschädigungen für Verschleppte, Zwangsarbeiter und Wolfskinder Empfehlung

Entschädigungen für Verschleppte, Zwangsarbeiter und Wolfskinder
Antragsfrist: 31. Dezember 2017

„Jahrzehntelang haben die Betroffenen um die Anerkennung ihres Schicksals kämpfen müssen. Der Deutsche Bundestag hat es jedoch ermöglicht, dass ehemalige deutsche Zwangsarbeiter seit dem 1. August 2016 eine einmalige Entschädigung in Höhe von 2.500 Euro geltend machen können“, erklärt die Hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf.

Antragsberechtigt sind Zivilpersonen, die aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit oder Volkszugehörigkeit während des Zweiten Weltkriegs und danach zur Zwangsarbeit herangezogen wurden.

Der Anspruch ist vererblich und kann auch bis zu drei Jahre nach Versterben der betroffenen Person gestellt werden. „Ich begrüße es sehr, dass erstmals auch die sogenannten ‚Wolfskinder‘, die bei früheren Entschädigungsgesetzen immer durchs Raster gefallen sind, hierbei berücksichtigt werden“, so Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf.

Als Wolfskinder wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs und in den ersten Nachkriegsjahren Waisen bzw. von ihren Eltern getrennte Kinder bezeichnet, die, aus ihrer Heimat vertrieben, ganz auf sich gestellt durch das nördliche Ostpreußen und Litauen irrten und um das nackte Überleben kämpften.

Bis 2018 stehen für die Entschädigung insgesamt 50 Millionen Euro bereit. Damit ist der Bundestag einer langjährigen Forderung des Bundes der Vertriebenen nachgekommen. Dass viele Betroffene die Entschädigungssumme beispielsweise den Vertriebenenverbänden spendeten, zeige, dass es ihnen nicht vorrangig ums Geld, sondern um die Würdigung ihres Schicksals gehe, so die hessische Landesbeauftragte.

Bis zum 30. September sind 29.954 Anträge beim Bundesverwaltungsamt eingegangen. Sollte die vom Bundestag zur Verfügung gestellte Summe nicht ausreichen, werde diese bei Bedarf aufgestockt. Dadurch ist sichergestellt, dass jeder, der einen Anspruch auf Entschädigung hat, diese auch erhält. Auch wenn mehr als 96 Prozent der Antragsteller in der Bundesrepublik leben, gilt der Anspruch ebenso für Deutsche in den Minderheitengebieten und kann auch vom Ausland aus gestellt werden.

„Da die Antragsfrist zum 31. Dezember ausläuft und darüber hinaus nicht verlängert wird, möchte ich alle Betroffenen dazu aufrufen, sich zu melden und beim Bundesverwaltungsamt einen entsprechenden Antrag zu stellen. Dabei ist unbedingt auf eine korrekte Antragstellung mit Unterschrift, der Angabe einer gültigen Kontonummer mit IBAN, sowie einer Meldebescheinigung des Einwohnermeldeamtes bzw. die Lebensbescheinigung zu achten, um verzögernde Nachfragen zu vermeiden“, appelliert Ziegler-Raschdorf. 

Nähere Informationen: Bundesverwaltungsamt in Bonn Tel. 0049 228 99358-9800, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Anträge bis zum 31. Dezember 2017 an: Bundesverwaltungsamt, Außenstelle Hamm, Alter Uentroper Weg 2, 59071 Hamm

(Sh)

Szene aus Rick Ostermanns Film „Wolfskinder“. Erstmals können auch Wolfskinder eine Entschädigung für ihr Leid beantragen. Foto: hraff.org.au

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