• 25. Juli 2018
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Revolution im Schlafzimmer

Ab wann wurden Ehebetten hergestellt? Wozu diente ein Hygienehocker? Warum schliefen die Menschen früher im Sitzen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen bietet die Ausstellung „Revolution im Schlafzimmere“, die bis zum 16. September im Nationalmuseum zu Breslau präsentiert wird.

Gezeigt wird historisches Schlafzimmermobiliar. Das 19. Jahrhundert brachte bahnbrechende Veränderungen in der Gestaltung der Schlafzimmer. Beeinflusst wurden diese durch die französische Revolution, das immer reicher werdende Bürgertum und den Fortschritt der Medizin und Psychologie. „In keinem anderen Wohnraum wurde soviel und so radikal verändert wie im Schlafraum. Das Schlafzimmer verlor ihren repräsentativen Charakter und wurde Privatzone. Es wurde nicht mehr im Hinblick auf Gäste eingerichtet und deshalb ging man von den großen Baldachim-Betten ab“, so Małgorzata Korżel-Kraśnam Kuratorin der Ausstellung. Die Betten wurden auch länger, weil man nicht mehr im Sitzen schlief, da Ärzte im 19. Jahrhundert das Schlafen in ausgestreckter Position forcierten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Schlafräume nur noch für Eheleute eingerichtet, die sich das Zimmer nicht mehr mit anderen Hausbewohnern teilen mussten. Ehebetten fanden in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Einzug ins Schlafzimmer. In den Waschräume und Toiletten die von nun an in der Nähe der Schlafräume eingerichtet wurden stellte man Bidets hin. Diese wurden erst nach 1870 durch Wasser-Klosetts ersetzt. In den Badezimmern wurden Spiegel, Handtücherhacken und Regale angebracht, so dass der Nutzer ohne Hilfe der Dienerschaft auskam. „Mit der Zeit hat sich nicht nur die Form der Schlafzimmerbetten, sondern ihre Verzierungsart stark verändert.

Die Ausstellung zeigt zum Beispiel das in der Empire-Epoche sehr moderne ‚Lit en bateau’ oder ‚lit en gondole’-Bett. Das Bett erinnert in seiner Form an ein Boot. Wir zeigen auch Biedermeier-, Neorokoko- und neobarocke sowie Renaissance- und neoklassizistische Betten“, so Prof. Piotr Oszczanowski, Leiter des Nationalmuseums.

mnwr.pl