• 11. Dezember 2018
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900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien - Buchvorstellung in Breslau

Buchvorstellung im geschichtsträchtigen Oppenheim-Haus

In dem Ende Oktober eröffneten neuen Kulturzentrum OP ENHEIM, dem vorbildlich sanierten ehemaligen Oppenheim-Haus am Salzmarkt im Zentrum von Breslau, fand am 6. Dezember die Vorstellung des neuen Buches von Prof. Arno Herzig „900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien“ durch den Autor statt.

Das im Görlitzer Senfkorn Verlag erschienene Buch bietet eine Gesamtdarstellung der wechselvollen Geschichte der Juden in Schlesien, die die Zeit vom 12. bis zum 21. Jahrhundert umfasst. Aufgezeigt werden die Diskriminierungen und Konflikte, denen die Juden bis hin zum Holocaust auch in Schlesien ausgesetzt waren. Dargestellt wird aber auch der herausragende Beitrag, den die jüdische Bevölkerung allein in Breslau mit fünf Nobelpreisträgern und Persönlichkeiten wie Edith Stein oder Ferdinand Lasalle zur schlesischen Hochkultur und deutschen Kulturgeschichte geleistet hat. Die Begriffe Jude oder Judentum werden dabei von Prof. Arno Herzig nicht im konfessionellen Sinne verstanden, sondern es werden auch Persönlichkeiten berücksichtigt, die durch Austritt oder Konversion nicht mehr zur jüdischen Geschichte zählten, aber doch in der einen oder anderen Form dem Judentum verbunden blieben.

Der Verleger Alfred Theisen kündigte bei dieser Gelegenheit an, dass das Buch im kommenden Jahr auch in polnischer Sprache erscheinen wird, um auch der Mehrheitsbevölkerung in Schlesien diese grundlegende Information zur Geschichte des Landes zugänglich zu machen. Musikalisch umrahmt wurde die abendliche Veranstaltung durch das Lausitzer Barock-Ensemble und die Sopranistin Eleni Ioanidou aus Görlitz.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet inzwischen den Historiker und Autor, Prof. Arno Herzig mit dem Verleger Alfred Theisen. Sie haben bereits in Deutsch und Polnisch eine „Kleine Geschichte des Glatzer Landes“ herausgebracht und im Februar wird bei der Winterakademie auf Schloss Wernersdorf die neue Auflage des Buches „Das Hirschberger Tal einst und jetzt“ vorgestellt, das ebenfalls ins Polnische übersetzt werden soll.

Foto: K. Kandzia