• 25. März 2019
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Vergessene Opfer der NS-Euthansie

Das Museum Haus der Geschichte oberschlesischer Juden in Gleiwitz zeigt bis zum 28. April eine besondere Dokumentation. Sie beleuchtet ein dunkles Kapitel schlesischer Geschichte: die Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten aus Schlesien in der NS-Diktatur.

Diese Menschen wurden als „lebensunwert“ stigmatisiert, zwangsweise unfruchtbar gemacht und ab 1940 systematisch ermordet. Allein 1.575 schlesische Patienten kamen 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ums Leben. Mehrere Hundert starben bis zum Kriegsende 1945 in sächsischen Heil- und Pflegeanstalten an Hunger oder überdosierten Medikamenten.

Aber auch in Schlesien selbst kam es zu Krankenmorden. In den sogenannten „Kinderfachabteilungen“ in Breslau und im oberschlesischen Lublinitz wurden Kinder und Jugendliche, die als nicht entwicklungsfähig galten, von Ärzten getötet. Die Ausstellung ist Teil eines von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ finanzierten Projekts und war bereits in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, im Sächsischen Verbindungsbüro in Breslau und im Museum Groß-Rosen zu sehen. Im Mai wird sie im Schlesischen Museum zu Görlitz präsentiert.

Bis 28. April 2019: Ausstellung zur Ermordung schlesischer Anstaltspatienten 1940–1945
Ort: Haus des Gedenkens Oberschlesischer Juden, ul. Poniatowskiego 14, PL Gliwice (Gleiwitz)