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70 Jahre Bielitz-Biala

Das Rathaus in Bielitz, Foto: Stadt Bielitz

In diesem Jahr feiert die Doppelstadt Bielitz-Biala/Bielsko-Biała ihr 70. Jubiläum. Am 1. Januar 1951 wurden das schlesische Bielitz und das kleinpolnische Biala zu einer einheitlichen Stadt zusammengeschlossen. Vieles verbindet die beiden Orte, einiges trennt sie aber immer noch. Dass Unterschiede zum Teil bis heute spürbar sind, erklärt sich aus dem Umstand, dass entlang des Flusses Bialka, der durch das Zentrum der Doppelstadt fließt, über viele Jahrhunderte hinweg eine Staatsgrenze und dann eine Provinzialgrenze verlief. Das Ende des 13. Jahrhunderts gegründete Bielitz gehörte zu schlesischen Herzogtümern, zum Königreich Böhmen und später zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Das knapp vier Jahrhunderte jüngere Biala lag dagegen von seinen Anfängen an in Polen. Zwar verschwand die Staatsgrenze im späten 18. Jahrhundert, als Kleinpolen nach den Teilungen der polnisch-litauischen Adelsrepublik habsburgisch wurde, doch bis 1918 bildete die Bialka eine Grenze zwischen den österreichischen Kronländern Schlesien und Galizien und dann bis 1951 zwischen zwei polnischen Woiwodschaften. Gemeinsam für beide Teile der heutigen Doppelstadt waren die hoch entwickelte Textilindustrie und die traditionelle Multikulturalität. In Bielitz machten bis 1945 die Deutschen die große Mehrheit der Bevölkerung aus. Auch in Biala war der Anteil deutscher Einwohner relativ hoch. Zusammen mit zehn weiteren Ortschaften bildeten die beiden Städte bis zur Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg die sog. Bielitz-Bialaer Sprachinsel. Heute hat die Stadt, die aufgrund der unverkennbaren architektonischen Spuren der habsburgischen Vergangenheit manchmal Klein Wien genannt wird, ca. 170.000 Einwohner. Von 1975 bis 1998 war Bielitz-Biala Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft.

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