Ausstellung "Jüdisches Leben an der Oder" in Wiesbaden

Bis zum 10. Dezember zeigt das Haus der Heimat in Wiesbaden, Friedrichstraße 35, die Ausstellung „Im Fluss der Zeit – Jüdisches Leben an der Oder“.

 

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten aufgrund der antisemitischen Politik des sowjetischen Vasallenregimes bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

 

Die deutsch- und polnischsprachige Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnischjüdischen Kulturerbes dieser Landschaft. Öffnungszeiten: Mi. und Do. von 10 bis 17 Uhr, Fr. 10 bis 14 Eintritt: Der Eintritt ist frei. Der Zugang zur Ausstellung erfolgt nach dem 3G-Prinzip.

Literatur: Arno Herzig: "900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien", 253 S., illustriert, gebunden, 22,90 Euro, zzgl. Versandkosten erhältlich bei: Schlesische Schatztruhe, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 03581/402021 oder 410956, www.schlesische-schatztruhe.de

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