Kynsburg ohne Aussichtsturm

Aktuelle Aufnahme der Kynsburg mit Turm, der jetzt saniert wird.
Foto: Maruszak


Während mancherorts, wie zum Beispiel auf der Victoriahöhe (Świeradowiec) neue Aussichtstürme gebaut werden, verschwinden andere Punkte von der touristischen Karte Schlesiens. Zum Glück passiert das in den letzten Jahren fast immer aus Sanierungsgründen, und lediglich nur für kurze Zeit.


Der nächste Aussichtspunkt, der für Besucher in den kommenden Jahren unzugänglich sein wird, ist der Turm der Kynsburg (Zamek Grodno) bei Kynau/Zagórze Śląskie. Das mehr als siebenhundertjährige Bauwerk benötigt dringend eine Generalrenovierung, bei der auch neue Brandschutzmaßnahmen installiert werden sollen. In Folge der Sanierungs- und Sicherungsarbeiten, deren Kosten auf circa 500.000 PLN geschätzt werden, wird die Turmspitze ein etwas verändertes Gesicht bekommen. Am meisten werden sich die Balustraden der Aussichtsplattform verändern – ihre Höhe entspricht nämlich nicht den gegenwärtigen Bau- und Sicherheitsvorschriften.


Während des Sanierungsprozesses werden die Besucher der Burg natürlich des atemberaubenden Ausblicks von ihrer Spitze beraubt werden. Bei gutem Wetter kann man vom Turm neben der Schlesiertalsperre, dem Eulengebirge und dem Massiv des Wolfsbergs (Włodarz) auch Teile Tschechiens sehen.
Die Burg, die unter anderem für die Sage vom goldenen Eselfohlen bekannt ist, war in den letzten Jahren Ort mehrerer archäologischer Ausgrabungen. Forscher fanden dabei mehrere Wertgegenstände, vor allem Münzen, die auf das 15. Jahrhundert datiert wurden. Unter den Prager Groschen und schlesischen Hallern wartete auf die Wissenschaftler eine Überraschung – eine Bleibulle des Gegenpapstes Benedikt XIII., der sein Amt von 1394 bis 1423 bekleidete, und der letzte der Avignonpäpste des Abendländischen Schismas war. Die Forscher spekulieren, dass sie wahrscheinlich Teil eines Schatzes war, die die an der Kynsburg ansässigen Raubritter erbeutet haben.


zamekgrodno.pl/de

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