Engler-Orgel in Grüssau gerettet

Das bedeutendste Orgelbauwerk in Schlesien, die Engler-Orgel in der Klosterkirche in Grüssau (Krzeszów), der die Zerstörung drohte, ist gerettet.

Der berühmte schlesische Orgelbauer der Barockzeit, Michael Engler d. J. (1688-1760), schuf in seinem Leben 27 große und kleine Orgeln. Als Schüler des bekannten sächsischen Orgelbauers Andreas Silbermann gründete Engler 1720 seine eigene Werkstatt. Zu seinen bedeutendsten Schöpfungen zählt die zwischen 1732 und 1739 für die Klosterkirche der Zisterzienser in Grüssau (Riesengebirge) geschaffene „Große Orgel“, für die der bekannte Grüssauer Bildhauer Anton Dorazil den Prospekt schuf.

Die Grüssauer Orgel ist die einzige Orgel Englers, die im Originalzustand erhalten blieb. Die anderen Werke aus seiner Hand wurden entweder zerstört oder total umgebaut.
Auch das Grüssauer Kunstwerk war in Gefahr. Der Kalkstaub, der durch die Restaurierungen der Kirche bedingt, in die Orgelpfeifen eindrang, zerstörte allmählich das Metall. Eine gründliche Reinigung durch die Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden war dringend erforderlich. Die Erika-Simon-Stiftung Rinteln, die sich für die Erhaltung des Kulturguts in Schlesien einsetzt, hat dafür seit 2016 an die 45.000 EURO zur Verfügung gestellt, so dass mit der Restaurierung der Orgel begonnen werden konnte.

Doch bedingt durch die niedrigen Kapitalzinsen, die der Erika-Simon-Stiftung zur Zeit zur Verfügung stehen, vermochte sie diese Restaurierung allein nicht zu schultern. Mit der Bereitstellung weiterer Mittel durch den polnischen Staat und das Land Niedersachsen konnte inzwischen die Restaurierung abgeschlossen werden.

Am 24. Oktober wurde die restaurierte Orgel der Kirchengemeinde übergeben. Durch das Spiel von Prof. Matthias Eisenberg wurde sie in ihrem neuen Klang vorgestellt. Es steht zu hoffen, dass dieses Instrument bei künftigen größeren Konzerten noch häufiger zum Einsatz kommt.

Prof. Arno Herzig


Für Englers „Große Orgel“ in der Klosterkirche der Zisterzienser in Grüssau schuf Bildhauer Anton Dorazil den Prospekt.
Foto: Grzegorz Żurek

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