Sanktuarium der Heiligen Hedwig von Schlesien in Trebnitz, Foto: wikipedia
Im Sanktuarium der Heiligen Hedwig von Schlesien in Trebnitz (Sanktuarium św. Jadwigi Śląskiej w Trzebnicy) findet am Sonntag nach Ostern (Weißer Sonntag, 12. April 2026) ein besonderes Fest statt: Nachdem drei Glocken Jahrzehnte lang in Stuttgart erklangen, kehren sie nach Hause zurück.
In Zeiten, in denen nationales Militärinteresse über dem Gotteslob stand, wurden Glocken, im Ersten Weltkrieg auch Orgelpfeifen, eingezogen, um sie der Waffenproduktion zuzuführen. Man schätzt, dass im Zweiten Weltkrieg etwa rund 45.000 Glocken in Deutschland eingeschmolzen wurden. Immerhin gab es eine Typ-Klassifikation von A bis D. Nach Alter eingestuft, konnte es dazu kommen, dass besonders wertvolle Exemplare in Warteposition blieben und so auch der Vernichtung entgingen. Diesem glücklichen Umstand verdanken wir die Rettung von Trebnitzer Glocken. Nach Kriegsende war eine sofortige Rückkehr unmöglich. Glocken aus Schlesien wurden im Nachkriegs-Deutschland „verteilt“, um sie an anderen Orten wieder ihrem Zweck zuzuführen.
Dort, wo die Herkunft eindeutig zu ermitteln war, wurden sie in letzter Zeit zurückgeführt. Das betrifft vor allem Regionen des historischen deutschen Ostens im heutigen Polen.
Im Bistum Rottenburg-Stuttgart gibt es seit über fünf Jahren das Projekt „Friedensglocken für Europa“. Einige Glocken haben dadurch bereits wieder in ihre Heimat zurückgefunden. In der Osterwoche machen sich viele Stuttgarter, vor allem aus der Katholische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart St. Hedwig & Ulrich auf den Weg nach Niederschlesien, um in Trebnitz zu feiern.
Mit den Weihbischöfen Dr. Gerhard Schneider (Rottenburg) und Dr. Maciej Małyga (Breslau) beginnt in Trebnitz der festliche Gottesdienst am 12. April um 12:30 Uhr. T.M.







