Historische Ansichtskarte
Vom 11. bis 13. April 2025 (Palmsonntag) soll in Bad Warmbrunn (Cieplice Zdroj) nach über 80 Jahren erstmals wieder der „Tallsackmarkt“ stattfinden, einst eines der größten Volksfeste im Riesengebirge mit einer jahrhundertealten Tradition.
Seit der Gründung der Kirche St. Johannes des Täufers war der Palmsonntag am Ende eines langen Gebirgswinters der feste Termin für dieses Fest. Später trat das religiöse Motiv in den Hintergrund und es entstand ein auch überregional tausende von Gästen lockender Jahrmarkt mit vielen Buden, Menagerien, Karussells, Achterbahnen und weiteren Attraktionen vom Tor des Zisterzienserklosters, dann neben dem Schloss Schaffgotsch, an der Parkhauptallee bis zur evangelischen Kirche.
Feuerschlucker, Kraftprotze, Zauberer, Sänger und Musiker präsentierten sich auf dem Jahrmarkt. Es wurde gefeiert, Würstchen gegessen und Bier getrunken, bis das Fest zum Abend mit Tanz endete.
1936 wird in der regionalen Presse von 30.000 Besuchern berichtet. Der Tallsackmarkt war der wichtigste Feiertag des Kurortes und trug wesentlich zu seiner Entwicklung bei. Vor der Messe wurde der Kurort herausgeputzt und mit Blumen verschönert. Die Hochländer kamen zu Fuß, in Karren und Kutschen aus den Bergen, um nach dem Winter die notwendigen Produkte zu kaufen. Die Hirschberger kamen mit der Straßenbahn und Besucher aus Breslau, Berlin und anderen Großstädten reisten mit der Bahn an.
Populäres Symbol des Volksfestes waren aus "Tallsack"-Brotteig gebackene Figuren eines jungen Mannes. Die ganze Veranstaltung wurde nach ihnen „Tallsack-Brotteig“ benannt. Die Initiatorin der Wiederbelebung des Tallsackmarktes in Bad Warmbrunn, Renata Czaplińska, hat entschieden, die Veranstaltung auf Polnisch "Cieplice Safanduły" (Messe) zu nennen. Sie arbeitet mit Hochdruck an dem Programm für den diesjährigen Tallsackmarkt und steht in Verbindung mit Behörden, Partnern und Anbietern. Sollte es wider Erwarten 2025 nicht gelingen, ist sie zuversichtlich auf jeden Fall 2026 durchstarten zu können.
Weitere Informationen in Schlesien heute Nr. 4/2024.