„Ein Sommernachtstraum”, Medienprobe, Fotos: Wojciech Palacz
Am 13. Juni 2026 feiert die Breslauer Oper ihre neueste Ballettpremiere: „Ein Sommernachtstraum“ in der Choreografie von Anna Hop. Die speziell für das Ballettensemble der Oper in Breslau vorbereitete Inszenierung verbindet die Welt Shakespeares mit der musikalischen Fantasie von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
„Ein Sommernachtstraum“ ist eine Verwechslungskomödie, die auf antiken Motiven basiert und in der Atmosphäre eines poetischen Märchens gehalten ist. Es geht um Verwirrungen von vier Liebenden: Hermia, Helena, Lysander und Demetrius, die durch den Elfenkobold Puck verzaubert und in ein turbulentes Chaos gestürzt werden. William Shakespeare schrieb dieses Stück Ende des 16. Jahrhunderts. Dabei schlug er eine Brücke zwischen verschiedenen Welten, er vermischte Realismus mit Poesie und Magie, spielte mit Konventionen. Der siebzehnjährige Felix Mendelssohn-Bartholdy ließ sich 1826 von seinem Werk inspirieren. Er komponierte die Konzertouvertüre „Ein Sommernachtstraum” und fügte in den folgenden Jahren neue Sätze hinzu.
Die Breslauer Inszenierung von Shakespeares Komödie ist eine originelle Bearbeitung, die Anna Hop vorgenommen hat, um ein abendfüllendes Ballett zu schaffen, in dem die Sprache des Tanzes zu einer natürlichen Art wird, das mit Worten schwer Beschreibbare zu erzählen.
„Ein Sommernachtstraum“ handle von menschlichen Sehnsüchten sowie von der Natur der Gefühle und Beziehungen, betont Anna Hop. Das Stück sei ein Weg, das Wahre in uns zu entdecken – indem wir unsere Masken ablegen und uns unseren eigenen Emotionen stellen würden. Aus dem Chaos entstehe Harmonie, aus der Komplexität Schlichtheit und Wahrheit. Die Geschichte führe zu einem positiven Ende, das im wirklichen Leben nicht immer selbstverständlich sei.
Die Künstlerin ist dabei nicht nur für Choreografie, Regie, Libretto und Inszenierung, sondern auch für musikalische Konzeption verantwortlich. Neben der programmatischen Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ (Op. 61) mit dem bekannten Hochzeitsmarsch umfasst ihr Konzept weitere Werke von Felix Mendelssohn: wie etwa Ausschnitte aus seiner Italienischen und Schottischen Sinfonie, sowie eine zeitgenössische Komposition und eine Orchesterbearbeitung von Paweł Stuczyński. Anna Hops Interpretation erreicht eine neue Dimension, da sich die Geschichte teilweise an einem Gymnasium in der heutigen Zeit abspielt.
„Es ist eine Inszenierung, die respektvoll an die große Tradition anknüpft, aber gleichzeitig mutig mit der Gegenwart in Dialog tritt. Durch die Verlegung eines Teils der Handlung in die Welt der Jugendlichen wird der Klassiker nicht länger zu einem Denkmal, sondern zu einer lebendigen Erfahrung – nah an den Emotionen, Fragen und der Sensibilität des heutigen Publikums“, so Operndirektorin Agnieszka Franków-Żelazny.
Die musikalische Leitung der Inszenierung übernimmt Maestro Rafał Karczmarczyk. Für das Bühnenbild, die Lichtregie und die Multimedia-Projektionen ist Małgorzata Szabłowska verantwortlich, die eine Welt darstellt, welche zwischen Alltag und Märchen, Wachwelt und Traum schwebt. Die Kostüme wurden von Katarzyna Rott entworfen, die einen visuellen Weg von der heutigen Realität hin zu einem magischen Raum der Fantasie schafft. In den Hauptrollen sieht das Publikum Mizuno Toma und Phoebe Anderssen (Hermia), Miho Okamura und Natalia Augustyniak (Helena), Alessandro Ciotta und Duarte Barros (Lysander), Daniel Agudo Gallardo und Riccardo Persico (Demetrius). M. Ilgmann
Weitere Vorstellungen am 14., 16., 17., 18., 19. Juni 2026 und in der kommenden Saison.
www.opera.wroclaw.pl/repertuar







