„Juliette”, Medienprobe, Foto: Wojciech Palacz
Am 11. April 2026 feiert die Breslauer Oper ihre neueste Premiere: „Juliette oder Das Traumbuch“ des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů. Es handelt sich dabei um eine „lyrische Oper” in drei Akten mit Musik und Libretto des Künstlers, die auf dem Drama „Juliette ou la Clé des songes“ von Georges Neveux basiert. Bohuslav Martinů schuf zwei Fassungen des Werks: eine französische und eine tschechische. Die Breslauer Aufführung findet in französischer Sprache, mit ausgewählten Dialogen auf Polnisch sowie polnischen und englischen Übertiteln statt.
„Julietta“ wurde 1938 im Prager Nationaltheater uraufgeführt. Martinů schuf eine Oper, die an der Grenze zwischen Traum, Erinnerung und Sehnsucht angesiedelt ist. Das Werk erzählt eine Geschichte von Michel, der in einen Badeort zurückkehrt, um die Frau zu finden, in deren Stimme er sich drei Jahre zuvor verliebt hatte. Die Bewohner des Ortes leiden unter Gedächtnisverlust: sie erinnern sich nur an die letzten zehn Minuten. Auf der Suche nach seiner Freundin begegnet Michael verschiedenen seltsamen Gestalten, bis er schließlich auf Juliette trifft. In einer Welt ohne bleibende Erinnerung beginnt die Realität schnell zu wanken, und mit jeder weiteren Szene taucht der Zuschauer immer tiefer in eine surreale Traumwelt ein.
„Es freut mich sehr, dass weniger bekannte, seltener aufgeführte Meisterwerke heute wieder in das polnische Operntheater zurückkehren”, so die Operndirektorin Agnieszka Franków-Żelazny bei der Pressekonferenz am 8. April. Sie betonte, dass „Juliette” ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles Werk sei und dass seine Stärke darin liege, dass es uns in den Bereich des Traums, des Halbschlafs, der Erinnerung, der Sehnsucht, manchmal sogar des Albtraums entführe. Die Regisseurin der Breslauer Inszenierung Barbara Wiśniewska unterstrich: „Es ist keine Geschichte, die nach den Regeln des Alltags logisch sein soll – sie soll nach der Logik des Traums funktionieren.“ Ihrer Meinung nach bleibe das Werk interpretatorisch außerordentlich vielschichtig.
Für Dramaturgie und Multimedia-Projektionen ist Marcin Cecko, für die Kostüme Emil Wysocki zuständig. Choreografie und Bühnenbewegung übernimmt Maćko Prusak, das Bühnenbild Natalia Kitamikado und die Lichtregie Aleksandr Prowaliński. Das Orchester der Breslauer Oper dirigiert Mirian Khukhunaishvili und den Opernchor leitet Anna Grabowska-Borys. In den Hauptrollen treten die Sopranistinnen Agnieszka Adamczak und Kamila Dutkowska als Juliette und die Tenöre Maciej Kwaśnikowski und Leonardo Sánchez als Michel auf. Magdalena Ilgmann
Weitere Vorstellungen am 12., 14., 16., 17. und 18. April 2026
Mehr unter: www.opera.wroclaw.pl/1/repertuar.php
Agnieszka Adamczak als Juliette bei der Medienprobe, Foto: Wojciech Palacz







