Film „Vaterland” von Paweł Pawlikowski, Foto: Agata Grzybowska/slaskie.pl
Der langersehnte Spielfilm von Paweł Pawlikowski wurde im Mai beim diesjährigen Internationalen Filmfestival in Cannes mit dem Preis für die beste Regie geehrt. „Vaterland“ (internationaler Titel „Fatherland”) entstand als Kooperation der Produktionsläner Polen, Deutschland, Italien und Frankreich. Die Koproduzenten des Films waren: die Kulturinstitution der Woiwodschaft Schlesien Silesia Film und das Niederschlesische Filmzentrum DCF. Das Drehbuch wurde von Pawlikowski und Hendrik Handloegten geschrieben. Der neueste Film des polnischen Oscar®-Preisträgers war im Rennen um den Hauptpreis, die Goldene Palme.
Das Drama in Schwarzweiß-Bildern erzählt von der Beziehung zwischen dem Literaturnobelpreisträger Thomas Mann und seiner Tochter Erika: einer Schauspielerin und Schriftstellerin. Die Handlung spielt auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Vater und Tochter begeben sich 1949 in einem schwarzen Buick auf eine beschwerliche, emotionsgeladene Reise durch das zerstörte Deutschland: von Frankfurt unter amerikanischer Kontrolle nach Weimar unter sowjetischem Einfluss. Zum ersten Mal seit Kriegsende kehrt Mann in seine Heimat zurück, nachdem er zuvor die schwere Entscheidung getroffen hatte, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. In seinem Werk greift der Regisseur Paweł Pawlikowski, ähnlich wie in „Ida“ und „Cold War“, Themen wie Identität, Schuld, Familie und Liebe vor dem Hintergrund des Chaos und der moralischen Orientierungslosigkeit im Nachkriegseuropa auf. In den Hauptrollen sehen die Zuschauer Hanns Zischler („Munich“) und die Oscar®-nominierte Sandra Hüller („The Zone of Interest“, „Anatomie eines Falls“).
Der Film wurde unter anderem an mehreren Orten in den Woiwodschaften Schlesien und Niederschlesien gedreht. Das Adam-Mickiewicz-Theater in Teschen/Cieszyn diente als Kulisse für das Theaterinterieur in Weimar; in Bielitz-Biala/Bielsko-Biała wurden Aufnahmen in der Sixta- und der Krasińskiego-Straße gemacht. Als Filmkulisse diente auch das Gebäude der ehemaligen Filiale der Polnischen Nationalbank, deren Fassade und Innenräume das Hotel Metropol in Frankfurt darstellten. Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die Außenruinen des Schlosses Slawikau/Sławików, die in einer der Schlüsselszenen des Films zu sehen sind. Als weitere Drehorte dienten in Niederschlesien: die Breslauer Spielfilmproduktionsfirma WFF, Liegnitz/Legnica und Schloss Klitschdorf/Zamek Kliczków.
„Vaterland“ feierte seine Weltpremiere in Cannes. Die Produktion wurde dort von Filmkritikern und dem Festivalpublikum begeistert aufgenommen. In Polen ist der Film unter dem Titel „Ojczyzna” ab dem 19. Juni 2026 auf der großen Leinwand zu sehen. Ein regulärer Kinostart in Deutschland ist für Anfang September 2026 geplant. slaskie.pl, wroclaw.pl, M.Ilgmann
Foto vom Filmset im WFF, Foto: Oleksandr Poliakovsky/wroclaw.pl







